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Bodo Schulte(-Karera)

Wie wird man eigentlich Puppenspieler?
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Wie wird man eigentlich Puppenspieler?

Dies ist für einen Puppenspieler die häufigste und  langweiligste Frage der Welt!


Wie gern würden die Fragesteller so was hören wie „...wurde ich als armes Findelkind unbekannten Alters und Geschlechts von Artisten und Zigeunern aufgenommen, bin als junger Bursche bei einem grantigen, aber gerechten Christusschnitzer in die Einöde zur Lehre gegangen und dann, auf der Suche nach meiner Herkunft, fand ich den geheimnisumwobenen Koffer meines Vaters, der wie mein Großvater und Urgroßvater einst ein großer Puppenspieler in der Südsee war....“

Tja...

Ich wurde 1963 geboren und bin im westfälischen „Hönnetal“ aufgewachsen, das mit seinem Kalkwerk ungefähr so idyllisch ist, wie der Güterbahnhof von Gelsenkirchen.
Irgendwann zwischen Lehre (Elektroanlageninstallateur) und Fachabitur, noch vor Zivildienst (WWF-Deutschland) und Studium (Dipl. Sozialarbeiter / Film- u. Fernsehwissenschaft) besuchte ich einen Marionettenbaukurs. Es folgten viele, meist scheußliche Dekorationspuppen, die ich auf Bestellung baute.

 
Als ich dann mit Freunden ein Marionettentheater gründen wollte, stieß ich bei der Recherche auf den hilfsbereiten Puppenspieler Heinz Peter Schmälter aus Lünen, bei dem ich schließlich meine zweite „Lehre“ erfuhr. Bei unzähligen Marionettenspielen der Grimm-Märchen oder abendfüllenden Mozart-Opern lernte ich mit ihm den Alltag des „fahrenden Volks“ und bei vielen Seminaren in Peter Röders Seminarhaus „fabula“ auch Schaumstoffe,  Bandsägen, Schnitzeisen und Modellierstäbe kennen und lieben.

1987 gründete ich mit Olaf Müller das mobile „Puppentheater Pappnase“. Unter diesem Namen und mit verschiedenen Mitspielern gab es immer neue Inszenierungen für Kinder, die hauptsächlich in Schulen und Kindergärten gespielt wurden.

Bis 1994 arbeitete ich noch halbtags als Sozialarbeiter, entschied aber dann mich beruflich nur noch dem Puppenspiel und -bau zu widmen.


Es zog mich immer mehr ins TV-Puppenspiel, wobei ich für’s Fernsehen nicht  nur spielte, sondern auch immer häufiger die Texte schrieb. Nach KLEMENS SCHULTE-VIERKÖTTER (WDR) kamen u.a. TIGER und TONI (Nickelodeon), KÄPT’N BLAUBÄR (WDR), BERT (Sesamstraße -NDR) oder MONTY und MITZI (Disneychannel)

Nach verschiedenen Ausbildungen als Drehbuchautor, zuletzt an der internationalen Filmschule Köln, arbeite ich immer mehr als Autor. Für Kinder-TV-Konzepte, Serien, abendfüllende Spielfilme und natürlich weiter fürs Theater.

Seminare und Workshops, zuletzt in Ägypten, zählen ebenso zu meinen Angeboten.